Manchmal wünsche ich mir, kein Fussballfan zu sein, sondern Freund von altgriechischen Malereien oder Hindu-Göttern. Solche Momente dauern aber nicht lange an – vielleicht eine schreinerhandvoll Sekunden. Jedoch war am Samstag in der Früh wieder so ein Moment. Nach dem Rückflug von San Francisco und kurzem Schlaf um sieben Uhr morgens geweckt zu werden ist nicht schön. Aber schliesslich stand ja das Heimspiel gegen Köln auf dem Programm. War aber das Aufkommen des erwähnten Gedankens nur eine Vorahnung auf das, was folgen sollte?

Die Geschichte geht so: Ich stolpere schlaf- nicht betrunken aufs Perron, um den Eurocity Richtung München zu erwischen. Dieser steht auch schon an den Signaltafeln angeschrieben. Ein Zug fährt ein, ich steige ein und fahre los. Soweit, so schlecht.

Der Eurocity war verspätet und die SBB liess in der Zwischenzeit den Intercity nach Romanshorn einfahre, in welchem ich dementsprechend auch sass und gen Frauenfeld fuhr. Somit konnte ich mir den Zug abscminken, mit dem die Kollegen nach München fuhren. Pflichtbewusst informierte ich diese. Einen davon, mit B am Anfang und ock am Ende des Namens, riss ich mit dem Anruf aus dem Tiefschlaf. Ein Glück, wie ich später erfuhr. Sonst wären wir alle ohne Eintrittskarten nach München gefahren.

Item. Ich fuhr also wieder zurück nach Winti und nahm den zweiten Eurocity des Tages und fuhr direkt nach München durch. Auch so blieb noch die Zeit für eine Mass auf dem Marienplatz. Schön. Das kann man vom Spiel nicht sagen: Lustlos, ideenlos, uninspiriert. Schlecht. Immerhin wurde die Rückfahrt noch von einem Kasten Augustiner versüsst. Um drei Uhr morgens endete die Tortur mit falschem Zug, teurer Bahnfahrt und fehlendem Wiesnbesuch. Aber es wäre alles noch viel schlimmer ohne Fussball & Dosenbier.