
Die Kartenbestellung für den Gästesektor hatte beim FC Bayern wie immer keinen Erfolg: «Absage Ihrer Anfrage für das Spiel FC Basel – FC Bayern München». Ich entschied mich dann dafür, auf Ricardo ein Ticket zu ersteigern, statt das Spiel zu verpassen oder ohne Karte anzureisen. Das bedeutete in dem Fall eine Absage an gefühlte 20 Freunde, die sich mit einer Kartenanfrage an mich wendeten. Wie dem auch sei: Ein Europapokal-Auswärtsspiel des FC Bayern ohne Einsatz von Ferientagen zu sehen gibts nicht alle Tage.
Nach getaner Arbeit reiste ich also mit dem ICE von Zürich in die verbotene Stadt. Ich arrivierte nach den Querelen in der Innenstadt, als sich 15 Basler überschätzten und 50 Schickeria-Mitglieder scheinbar grundlos angriffen. Dass diese dann Haue kriegten, den Schwanz einzogen und sich versteckten, ist noch nicht der Gipfel. Der absolute Höhepunkt war, dass die Polizei lieber die angegriffenen Bayern-Fans einkerkerte und erst nach dem Spiel wieder freiliess [Stellungnahme Schickeria].
In das Spiel setzte ich grosse Hoffnungen – musste die Mannschaft doch eine Reaktion auf das unsägliche Mainz-Spiel zeigen. Und diese kam tatsächlich: Während den ersten 15 Minuten sah Basel keinen Ball und wurde förmlich an die Wand gespielt. Leider ging der kleine, hässliche FCB dann gegen den grossen, glorreichen tatsächlich 1-0 in Führung. Dieses Tor brachte die Bayern dermassen aus dem Konzept, dass in der ersten Halbzeit gar nix mehr ging.
Nach dem Pausentee spielten wir plötzlich mit drei Stürmern und die Unaussprechlichen hatten im zweiten Umgang kaum mehr Chancen abgesehen von ein paar Vorstössen Shaqiris. Dank eines glasklaren Elfmeters gelang uns dann der Ausgleich und kurz vor Schluss nach einem Badstuber-Freistoss sogar das Siegestor durch Schweinsteiger. Bei drei von vier Saisonsiegen bugsierten wir also den Siegestreffer kurz vor Schluss über die Torlinie: Wolfsburg, Hoffenheim und Basel. Nur gegen die Roma klappte es etwas besser.
Aber was solls, drei Punkte sind drei Punkte. Und gegen die Jungs vom Rheinknie gibt ein Sieg unseres heiligen FC Bayern ein noch besseres Gefühl als sonst schon.