
Stell dir vor: es ist Europapokal und keiner geht hin! So kam es einem leider vor. Nur etwas mehr als 12’000 Zuschauer fanden den Weg ins Wankdorf. Aber ist das wirklich eine schlechte Zuschauerzahl? Zum einen zählen die Jahreskarten nicht und zum anderen gings schon um 19.00 Uhr los. Wer von ausserhalb anreist, schaffts je nach dem nicht pünktlich zum Anstoss. Andererseits ist halt nicht immer Europapokal drin, wo Europapokal darufsteht. Wäre es gegen den selben Gegner um die Champions-League-Trophäe gegangen, hätte der Speaker wohl «Ausverkauft» vermeldet.
Wie dem auch sei: Der Gegner war mit sicherheit kein namenloser Pupsverein aus der ehemaligen Sowjetunion, sondern ein Spitzenclub aus Spaniens Primera Divison. Vor zwei Jahren schieden die sympathischen Vorstadt-Madrilenen erst im Viertelfinale des Uefa-Cups gegen den glorreichen FC Bayern in einem mehr als denkwürdigen Spiel aus [Filmmaterial].
Um es kurz zu machen: Getafe hatte keine Chance. YB spielte eine enorm souveräne Partie und stand hinten in der Viererkette abgesehen von ein paar kleinen Böcken überzeugend und fehlerlos. Herr Nef machte sein bestes Spiel im schönen gelbschwarzen Trikot. Für die Tore sorgte der löbliche David Degen mit einem Doppelschlag. Aber weit erstaunlicher als dieser überzeugend herausgespielte Sieg war, dass sich zahlreiche Fans über die Mannschaftsleistung oder ähnliches beschwerten. Was will man denn in Bern noch mehr, als ein Sieg im Europapokal gegen eine spanische Spitzentruppe? Heilandtonner!